Fürth gemeinsam gegen Rechts

Das war mal eine beachtliche Kundgebung – toll, dass so viele gegen Rechts auf die Straße gehen. Ca. 1500 Menschen waren es, mindestens.

Nach der Demo gab es noch eine Aktion der Seebrücke. Hier dazu ein paar Bilder und die Presseerklärung:

Spiel in drei Szenen – am 07.03.2020 in der Schwabacher Straße, FuZo

Ein rot-weißes Absperrband blockiert plötzlich die wenigen verbliebenen Einkaufenden in der Fußgängerzone. Zum Bummeln und Stehenbleiben lädt das Wetter kaum jemanden ein. So sind es vor allem TeilnehmerInnen der vorher stattgefundenen Demonstration gegen Rechts, die sich außer den Seebrücke-Aktiven hier eingefunden haben, um auf die katastrophalen Verhältnisse an der türkisch-griechischen Grenze, dargestellt durch das Flatterband, aufmerksam zu machen.


Ein Teil von ihnen nimmt entlang dem Band Aufstellung, die Gesichter ernst und entschlossen. Auf Kommando zücken sie die Waffen – hier freilich nur Spielzeugpistolen – und richten sie auf die Menschen, die von der anderen Seite auf das Absperrband zukommen. Es sind Menschen mit Rucksäcken und großen Taschen, zum Teil mit Kindern an der Hand, die auf eine Chance hoffen, nach Europa zu kommen. Ein Schuss fällt, ein Mann fällt zu Boden.


Obwohl ein Seebrücken-Mitwirkender die Situation per Megaphon beschreibt und kommentiert, bleiben kaum Passanten stehen.

In einer zweiten Szene bilden Originalfotos von den Lagern auf den griechischen Inseln die Kulisse. Eine Gruppe von vier Migrantinnen und Migranten sitzt frierend und hungrig auf einer Plane, notdürftig von Decken geschützt. Sie teilen sich den Inhalt einer Brotdose: ein paar Scheiben Brot und wenige Kekse. Eine kleine Flasche Wasser kreist.


Die erschreckenden Zahlen von 40.000 Menschen in und um Lager, die für 9.000 gebaut wurden, und bis zu 2.000 Minderjährige, Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern aus verschiedensten Gründen verloren haben oder von ihnen getrennt sind, verkündet das Megaphon. Und: Manche Städte oder manche Bundesländer würden einige von ihnen aufnehmen. Aber sie dürfen es nicht, sagt der Sprecher.


Die ‚Festung Europa‘ in Gestalt des Drei-Herren-Brunnens ist das ‚Bühnenbild‘ der dritten Szene. Migrantinnen und Migranten kommen jammernd und klagend mit nach oben gestreckten Armen auf die Festung zu: „Nehmt uns auf in Deutschland! Bitte, bitte, lasst uns rein nach Europa!“…
Die ‚drei Herren‘, heute und hier der Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann sowie die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen antworten nachdrücklich, im Chor wiederholend: „Wir schaffen das – nicht!“


Der Beobachter mit Megaphon fragt nach: „Können wir das wirklich nicht? Schaffen wir es nicht, ein paar Tausend Menschen mehr in unserem reichen Land Deutschland aufzunehmen? …“
Aus dem Hintergrund sprechen Seebrücke-Aktive wesentliche Grundrechte-Artikel aus dem Grundgesetz ins Megaphon:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Art. 1 GG,

„Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich.“ Art. 2 GG,

„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“ Art. 3 GG …
„Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Art. 16a GG
„In keinem Fall darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.“ Art. 19 GG

Zum Abschluss ergreift die Sozialreferentin der Stadt Fürth, Frau Elisabeth Reichert, das Wort und bekräftigt: „Wir, die Stadt Fürth, wollen zusätzlich aufnehmen!“
Die Stadt habe sich bereits vor einem Jahr dem Bündnis „Sicherer Hafen“ angeschlossen und arbeite auf eine innerhalb der EU einvernehmliche Lösung hin.

Hoffentlich finden die PolitikerInnen rechtzeitig diese einvernehmliche Lösung.
Wir, die Seebrücke Fürth, meinen, wir können darauf nicht warten. Wir müssen sofort helfen!

(Bilder © Harika Brütting und Fritz Wittig, Text © Eva-Maria Brütting)

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